Im Krisenstaat Südsudan grassiert weiter die Gewalt. Trotz eines im vergangenen September geschlossenen Abkommens bleibe die Sicherheitslage prekär, teilte der UN-Menschenrechtsrat am Dienstag in Genf mit. Mehr als die Hälfte der 10,2 Millionen Südsudanesen habe zu wenig zu essen, es gebe nach wie vor 2,2 Millionen Flüchtlinge und 1,9 Millionen Binnenvertriebene, so die UN-Vertreter.

Genf/Juba (KNA) Di, 12.03.2019

Eine vom Menschenrechtsrat eingesetzte Kommission stellte in den Bundesstaaten Unity, Western Bahr el Ghazal und Central Equatoria teils gravierende Menschenrechtsverletzungen im vergangenen Jahr fest. Man habe zudem 23 Personen identifizieren können, die nach internationalem Strafrecht in schwere Straftaten im Gefolge des Konflikts verwickelt seien.

Seit Ende 2013 erschüttern Machtkämpfe das afrikanische Land, das 2011 seine Unabhängigkeit vom Sudan erklärte. Vergewaltigungen, Menschenhandel und die Tötung von Zivilisten sind laut UN-Angaben an der Tagesordnung. Die Sicherheitsbehörden verbreiteten zudem mit willkürlichen Verhaftungen, Folter und Hinrichtungen ein Klima der Angst und des Schreckens. Die Arbeit von Aktivisten und Helfern werde teils massiv behindert. Ein wichtiger Treiber des Konfliktes sei die Kontrolle über die Erdölvorräte des Landes.

Die in Konstanz ansässige Hilfsorganisation Hoffnungszeichen begrüßte, dass der UN-Bericht die Zusammenhänge zwischen Ölförderung, Krieg und Menschenrechtsverletzungen beleuchte. Der Report konzentriere sich auf Menschenrechtsverletzungen, die in Zusammenhang mit militärischen Aktivitäten verübt worden seien, sagte Hoffnungszeichen-Vertreter Klaus Stieglitz der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). “Darüber hinaus finden schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen durch die Ausbeutung und schleichende Vergiftung von mehr als 600.000 Menschen im Südsudan statt.”

Täter seien eine “gierige und schrankenlos wirtschaftende Ölindustrie und ein schwacher Staat, dessen Exponenten offenbar mehr am Füllen ihrer eigenen Taschen als an einer wirkungsvollen Kontrolle der Ölindustrie interessiert sind”, so Stieglitz weiter. Ein wichtiger Player sei der malaysische Staatsölkonzern Petronas, der wiederum als Sponsoringpartner für das Mercedes-Formel-1-Team auftrete. “Die Ölindustrie muss endlich aufhören, Menschen und Umwelt zu vergiften und für den Schaden geradestehen, den sie angerichtet hat”, forderte der Helfer. Hoffnungszeichen dokumentiert seit Jahren die Aktivitäten der Ölindustrie im Südsudan.

Weitere Informationen: https://www.ohchr.org/en/hrbodies/hrc/cohsouthsudan/pages/index.aspx

Stichwörter: Südsudan, Konflikte, Menschenrechte, UN (Zusammenfassung – 17.00 Uhr) UN und Helfer prangern Kriegsverbrechen im Südsudan an

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